GORA
GORA
GORA. Mit CEM YILMAZ im All.
Erst nach mehreren Anläufen konnte Mitte November 2004 endlich die viel erwartete Science-Fiction-Komödie
des türkischen Comedy-Stars Cem Yilmaz in den Kinos anlaufen.
Dabei waren die ersten Trailer schon anderthalb Jahre vorher vorgestellt worden. Die Affäre um die
Uzan Holding und deren Zerschlagung hatte ihre Auswirkungen auch auf diesen Film. Die zuständige Firma turkfilm gehörte der Uzan Holding
und es war fraglich, ob und wann der Film endlich fertig gestellt werden würde.
Sogar die türkische Regierung schaltete sich massiv in die Sache ein und erwirkte, dass der Film beendet werden konnte.
Wenige Tage nach dem Start in der Türkei lief der Film auch in Deutschland und mehreren anderen europäischen
Ländern in türkischer Originalsprache mit Untertiteln an.
Cem Yilmaz hat sich als Drehbuchautor eine (Doppel-)Rolle auf den Leib geschrieben.
Als Arif wurschtelt er sich auf dem fernen Planeten GORA genauso durch wie er es im Alltag als
schlitzohriger Touristennepp tut. Kein Hindernis kann ihn aufhalten.
Mit dem Film GORA ist es wie mit seiner sehr erfolgreichen Standup-Show
oder seinen (noch weiter zurück liegenden) Karikaturen:
Cem Yilmaz beobachtet die Menschen sehr genau und hat eine große Begabung ihre Schwächen und Sonderheiten
zu verarbeiten.
GORA ist ein Sammelsurium aus türkischer Alltagssprache - natürlich garniert mit allerlei Flüchen -
und türkischen Eigenheiten. Die Geschichte ist sowieso Nebensache. Manch einer wird aufgrund der hohen Erwartungen - auch ausgelöst durch den Streit
um die Beendigung des Films - enttäuscht sein. Aber GORA ist ein durchaus gelungener und witziger Film, der den
türkischen Film insgesamt voranbringen wird.
Viele der Repliken aus dem Film werden ihren Platz in der Sammlung des türkischen Films wiederfinden.
Und was ist mit den ausländischen, in diesem Fall den deutschen, Zuschauern?
Die Untertitel sind sorgfältig gemacht. Störend ist, dass sie teilweise in weißer Farbe auf weißem Hintergrund
zu sehen sind un damit nicht gelesen werden können. Leider läßt sich die türksiche Alttagssprache, von dem der Film
in erster Linie lebt, nicht ohne weiteres übersetzen. Vielleicht wäre eine aufwendige Synchronisation die bessere
Alternative gewesen. Damit hätte man durchaus auch deutsche Zuschauer gewinnen können. So ist aber nicht damit zu rechnen,
dass der Film unter den deutschen Zuschauern viele Freunde finden wird.
Aber vielleicht ist das eine Idee, die man für einen der nächsten türkischen Filme realisieren könnte. Dann läßt sich
vielleicht der türkische Film in größerem Maße ins Ausland exportieren, als er das im Moment tut.
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