Türkisches Kino
Türkisches Kino
Die Anfänge
In den Anfängen des türkischen Kinos waren es häufig auch nichttürkische Filmemacher, die mit handwerklich einwandfreien Filmen die Grundlage für ein
eigenständiges Kino legten. In den 1930ern und 1940er Jahren war auch der Einfluß des ägyptischen(!) Kinos in der Türkei von Bedeutung.
In den 1950ern und noch mehr in den 1960ern etablierte sich ein eingenständiges türkisches Kino. Große Stars dieser Ära mit vorwiegend schwarz-weißen Filmen
waren Ayhan Isik [Iþýk] und Sadri Alisik [Alýþýk]. So gelang 1952 mit "Kanun Namina" von Lütfü Akad einer der ersten Klassiker des türkischen Kinos. In den 60ern war "Susuz Yaz"
von Metin Erksan mit Hülya Kocyigit [Koçyiðit] sehr erfolgreich und gewann 1964 den Goldenen Bären auf der Berlinale in Berlin.
Goldene 1970er
In den Siebzigern erreichte der Film-Boom seinen Höhepunkt. Es gab eine ganze Reihe von Stars, die sogar Angebote bekamen eine internationale Karriere zu starten.
Zu den Stars, die diese Angebote letztlich ablehnten, gehörten Hülya Kocyigit und Cüneyt Arkin, der sogar als einer der Kandidaten für den neuen James Bond
im Gespräch gewesen sein soll.
Zu den großen Stars zählten neben Kocyigit und Arkin Namen wie Türkan Soray, die den Ehrennamen "Sultan" bekam und der Komiker Kemal Sunal, der später
in den 80ern mit seinen Videos und noch später, ab den 90ern, auf der Mattscheibe immer wieder zu sehen war. Auch die x-te Wiederholung konnte seiner Beliebtheit
keinen Abbruch tun. Zu sehr hatte Kemal Sunal den Nerv des türkischen Publikums getroffen.
Ende der 1970er gewann das Fernsehen, zunächst mit dem staatlichen Sender TRT, auch ausserhalb Istanbuls immer mehr Einfluss.
Ab 1974 machten die Türken die Bekanntschaft mit
einem neuen Genre, dem Erotikfilm! Zunächst waren es "harmlose" Komödien, aber sehr schnell waren die Filme nicht mehr jugendfrei und familientauglich. Die Welle
der Erotikfilme ging bis 1980.
Schwierige 1980er
Mit dem Militärputsch veränderte sich mit allen Bereichen des Lebens auch das Kino. In den 80ern hatten vor allem Arabesk-Sänger Zulauf, wie beispielsweise
Ferdi Tayfur und Ibrahim Tatlises. Ende der 80er wurden die Budgets immer kleiner, die Zahl der Kinos ging weiter zurück und die Qualität der Filme ebenso.
Dem im Pariser Exil lebenden Yilmaz Güney gelang in Kooperation mit Serif Gören (ausführender Regisseur) mit seinem düsteren "Yol" (Der Weg) ein großer Wurf:
Er gewann 1982 die Goldene Palme von Cannes (zusammen mit "Missing" von Constantin Costa-Gavras).
Ab 1982 sollte ein weiterer türkischer Film von sich Reden machen: "Dünyayi kurtaran Adam" mit Cüneyt Arkin.
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